Evangelische Gemeinschaft
Katzenelnbogen

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Impuls:

Endlich (oder) Ewig!?

 

Unser Sohn Elischa behandelt momentan in der Schule im Religionsunterricht das Thema ‚Sterben und Tod‘. Dafür sollte er eine Todesanzeige aus der Zeitung ausschneiden, überlegen, was auf seinem Grabstein stehen sollte, und darüber nachdenken, was er gerne noch alles tun würde, wenn er wüsste, dass er nur noch ein Jahr lang zu leben hätte.

Sich ab und zu bewusst zu machen, dass das Leben endlich ist auf dieser Erde, finde ich gut und richtig. Aber wie oft erlebe ich bei vielen Personen den falschen Rückschluss! Nämlich diesen: „Der Tod gehört halt zum Leben dazu!“ Klingt nach einem schwachen Trost. Ich selbst kann sagen, dass ich nicht will, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Er bedeutet Verlust und Schmerz, Tränen und tiefe Trauer, Worte, die nicht mehr gesagt werden konnten, Leere und Einsamkeit, Ohnmacht, die einem fast die Luft zum Atmen raubt.

Ähnlich muss es unser Sohn Benja mit geschätzt drei Jahren empfunden haben, als er das erste Mal mit dem Tod konfrontiert wurde, indem ich auf unserem Bauernhof mit ihm zusammen eine tote Kuh anschaute. Möglichst gefühlsneutral versuchte ich ihm zu erklären, dass die Kuh nicht mehr laufen kann und auch nichts mehr hört und sieht, nichts mehr frisst und nicht mehr atmet.

Er schien es völlig wertneutral aufgenommen zu haben, war jedoch sehr nachdenklich. Im weiteren Verlauf des Tages kam er noch einmal zu mir und verkündete mir sein Resümee: „Mama, lebende Tiere gefallen mir besser als tote!“

Ja, er hat so Recht damit, denn der Tod gehört nicht zum Leben dazu, so wie wir es uns zur eigenen Beruhigung immer wieder versuchen, einzureden. Denn Gott hat von Anfang an mit uns den Plan gehabt, uns für die Ewigkeit zu schaffen. Wir sind für die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes geschaffen worden und diesen Ewigkeitsgedanken hat Gott uns tief ins Herz gepflanzt, damit wir nicht ruhen und rasten, bis wir ihn wiedergefunden haben durch Jesus Christus.

Ich liebe Jesus von ganzem Herzen und bin mir sicher, dass ich schon jetzt bis in alle Ewigkeit hinein mit ihm Gemeinschaft haben werde. Aber wie sieht es mit den Menschen um mich herum aus?

Wenn mal wieder eine Person aus dem Dorf gestorben ist, frage ich mich bestürzt, wo diese Person nun sein mag? Ob Gott ihr Herz noch erreicht hat? Ob diese Person wohl zugelassen hat, dass Gott ihre Seele behüten darf wie einen kostbaren Schatz?

Dann schockiert mich der Gedanke, dass ich es versäumt haben könnte, ihr von unserem großartigen Gott zu erzählen, der niemals aufhört um uns zu kämpfen, weil er nicht aufhören kann uns zu lieben. Dass ich es versäumt haben könnte, ihr von unserem allmächtigen Gott zu erzählen, der nur ein Wort spricht - und es wird Licht! Der nur ein Wort sagt - und tote Knochen stehen wieder auf!

Dass jeder Anfang und jedes Ende von seiner gewaltigen Stimme abhängen, weil sein Wort niemals leer zurückkommt. Er spricht auch zu meinem Herzen und alles, was ich bin, hängt von jedem einzelnen Wort ab, das er sagt. Sein Wort wird niemals erschüttert und meine Seele ist von jedem Wort abhängig, das er spricht.

So in etwa heißt es in dem englischen Lied ‚Say the word‘ von Hillsong United, dem ich meine vollste Zustimmung gebe. Wie oft habe ich es schon versäumt, anderen Menschen von diesem liebenden Gott zu erzählen, der uns am Kreuz und über das Grab hinaus seine Versprechen gab? Nun noch eine kurze Frage zum Schluss an dich: Hast du dich schon verewigen lassen?   

 

Verena Reichwald